Archiv für den Monat Dezember 2010

…der guten Mär‘ bring‘ ich soviel – davon ich sing’n und sagen will…



 

 

Weihnachtsbotschaft – ein Grund zum Singen?

(von Dagmar Diefenbach)


Singen! Was ist das, wie geht das und was geht da eigentlich vor sich, wenn wir singen? Was geschieht da mit uns?

Zum Singen brauchen wir Luft, Atem, den wir in unserer Welt schöpfen. Mag die Luft auch verschmutzt sein, noch haben wir genug davon, wir brauchen uns nur zu bedienen, tief Luftholen… …ja, wann holen wir tief Luft: bei körperlicher Anstrengung, bei großem Kummer, bei befreiender Erleichterung.


Wir atmen ein – atmen aus – ein rhythmisches Pulsieren, fast wie der Herzschlag: regelmäßig – ohne, dass wir es bewusst steuern müssten – mal kräftiger, mal schwächer, immer wieder. Und immer wieder bekommen wir so neue Energie in unseren Körper.

Der Sauerstoff, der aus der Atemluft genommen und in das Blut geleitet wird, stellt uns die Energie zur Verfü­gung, die wir zum Leben brauchen als Körper, Geist und Seele. Kraft, die wir nutzen oder vergeuden können.


Beim Singen wird sie genutzt – nicht vergeudet. Beim Singen benutzen wir sogar die ausströmende Luft, also die, die für unseren Körper nicht mehr zu verwerten ist, und diese bringt im Kehlkopf die Stimmbänder zum Klingen, zum Vibrieren, zum Schwingen, wie der Luftstrom eine Orgelpfeife zum Klingen bringt.


Singen – Erklingen – zum Jubel und zur überschwänglichen Freude; Singen – Klagen – aber auch in Trauer und Schmerz. So ist Singen eine besonders intensive Form von Leben und kann auch die Saiten unserer Seele erklingen lassen. Ich selbst lebe, wenn ich singe und empfinde viele unserer Lieder als ein Fest für meine Seele.

 

So hat Singen immer auch etwas mit Gemüt und Gefühl zu tun. Und wenn unser Gefühl mitschwingt, mitklingt, und unsere Seelen sich berühren, dann sind wir mit dem Herzen dabei, mit dem Herzen, von dem wir als Kinder Gottes sagen, es sei der Ort, wo Gott in uns wohnt.

 

Wenn Gott in uns Mensch wird, dann in unserem Herzen. Und damit ist dann nicht der Motor gemeint, der als Muskel unser Blut durch die Bahnen treibt, sondern das „Zentrum unseres Lebens“, in dem wir spüren können, was Leben bedeutet, wenn z. B. uns etwas Herzklopfen macht: aus Angst, vor Schreck – oder aus Freude und Überraschung, vor Beschwerde oder vor Begeisterung. Immer ist es unser dichtestes Lebensgefühl, das wir im Herzen spüren.

 

Und dort vollzieht sich auch die Ankunft Gottes am Weihnachtstag in jedem von uns. Nicht im Stall von Bethlehem, sondern in unseren Herzen entscheidet sich, ob Gott heute Mensch werden kann und Friede auf Erden möglich sein wird.

 

Deshalb fällt es den gläubigen Menschen leicht und den ungläubigen umso schwerer, an Weihnachten Lieder zu singen, Jubellieder, Lieder mit viel Gefühl, mit einem Hauch von Geborgenheit, weil nämlich das Spüren im Herzen in harmonischem Einklang steht mit dem freudigen Bewusstsein:  Gott ist da für uns und ganz besonders für jeden Einzelnen.

Dieses wird besonders beim Singen in einer “Chorfamilie” deutlich. Gemeinsames Singen bedeutet: zusammenzugehören, aufeinander zu achten und zu hören, gemeinsam zu empfinden und mit vielstimmiger Eintracht auszudrücken, wie menschliche Worte und Klänge sich mit göttlicher Botschaft vereinen, verschmelzen können. Das gemeinsame Singen und Musizieren ist ein gutes Bild für die Worte Chisti:

“Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!”  

An dieser Stelle sollte eigentlich unser Gesang erscheinen, den ich vor ein paar Wochen mit einigen Chorschwestern und Audacity aufgenommen hatte, der dann aber leider doch nicht so gut klang, was mir Hosi schon prophezeite. Deshalb bat ich Alois wieder, den musikalischen Teil zu übernehmen, wofür ich ihm sehr dankbar bin. (Werde versuchen, eine professionelle Aufnahme nachzureichen.)

Ich selbst habe bei der Vorbereitung dieser weihnachtlichen Texte und Gesänge sehr viel Freude empfunden und wünsche mir, dass sie auch auf euch überspringen konnte und dass wir diese Freude in unserem Herzen bewahren können.

An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei euch bedanken, für all‘  das, was ich bis jetzt in der doch relativ kurzen Zeit an „Kunststücken“ lernen konnte. DANKE an alle und ein großes DANKE an jeden Einzelnen.


Sicherlich wird das Neue Jahr auch wieder Fragen mit sich bringen, die wir dann bestimmt  gemeinsam lösen können: Ich freu’ mich drauf! 

 

Mit lichtvollen Grüßen

 

Dagmar 


Musik erstellt von Alois Brinkmann