Archiv für den Monat Oktober 2010

Meine Heimat – Das Saarland

 

(Dagmar Diefenbach)

Saarbrücken ist die Landeshauptstadt des Saarlandes mit knapp 176.000 Einwohnern.

Nirgends habe ich solange gewohnt wie in Saarbrücken, trotzdem bin ich für die ‘Eingeboren’ von Saarbrücken nur “dazugeloff”. Anfangs dachte ich, ich sei im fernen Ausland, weil ich den Dialekt überhaupt nicht verstand und mich deshalb anfangs hier sehr fremd fühlte. Gleich aufgefallen sind mir die Menschen, die mir offen entgegenkamen, was ich aus Eschwege, dort wo ich aufgewachsen, aber nicht geboren bin, so nicht kannte. Aufgefallen sind mir auch die vielen, guten Gaststätten mit dem leckeren Essen, das wohl die Nähe zu Frankreich ausmacht.

Bekannt sind nun mal die Saarländer für das gute Essen und erst recht für das Schwenken, ich glaube sogar, die haben’s erfunden. Die Pfälzer nannten es vor vielen Jahren „Schaukelfleisch“. Weil das in anderen Bundesgebieten nicht so bekannt, aber eine leckere Angelegenheit ist, möchte ich ein paar Sätze dazu sagen: “Gott lenkt, der Saarländer schwenkt”, so heißt es hier.

Ein Schwenker (1) ist ein dreibeiniges Gestell mit einer pendelnden Grillfläche, auf das ein lecker gewürztes, auch eingelegtes Kamm-/Nackenstück, auch Schwenker (2) genannt, gelegt wird. Um diese Grillfläche – unter ihr befindet sich die Glut der Holzkohle – in Bewegung zu halten, damit der Schwenker von allen Seiten Hitze abbekommen kann,  wird auch wieder ein Schwenker (3) gebraucht, der immer männlichen Geschlechtes ist. Drum merke: ESSEN wird im Saarland großgeschrieben; denn hier heißt es:

„Hauptsach gudd gess, geschafft hammer schnell!“

 

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Die Ludwigskirche imSaarbrücker Stadtteil Alt-Saarbrücken ist eine evangelischeKirche imBarockstil. Sie ist dasWahrzeichen der Stadt und gilt neben derDresdner Frauenkirche und demHamburger „Michel“ als einer der bedeutendstenevangelischen barocken Kirchenbauten Deutschlands.

Kirchen haben für mich hier im Saarland eine große Rolle gespielt, nicht zuletzt weil ich bei einer kirchlichen Einrichtung fast 25 Jahre beschäftigt war. In meinem Vertrag war zu lesen, dass ich zu einem christlichen Lebenswandel verpflichtet sei, und  darum war ich stets bemüht.

Über 20 Jahre sang ich in einer Kantorei und kenne deshalb auch sehr viele Kirchen, nicht nur die Saarbrücker.

Wer an das Saarland denkt, glaubt gar nicht, wie herrlich es auch landschaftlich ist. In alle Richtungen kann man Wanderungen machen – auch schon im Umkreis von Saarbrücken, und am Ziel laden gemütliche Cafes und Biergärten zum Rasten ein.

Inzwischen fühle ich mich in Saarbrücken „eingemeindet“. In den vielen Jahren ist das Saarland zu meiner Heimat geworden, in der ich mich sehr, sehr wohl fühle. Kennedy würde an meiner Stelle sagen:   

„ICH   BIN   EIN   SAARBRÜCKER!“

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